Fotos mit Gimp freistellen

Wer dezent Akzente setzen möchte in einem Fotobuch, greift gerne auf die Möglichkeiten des Freistellens zurück oder hebt einzelne Bildelemente in einem schwarz-weißen oder sepia-farbenen Foto farbig hervor. Dazu empfehlen wir euch eine kostenlose Software: Fotos könnt ihr mit Gimp freistellen oder mit einem Effekt versehen. Mit beiden Varianten kann eine besondere Wirkung erzielt werden, die trotzdem nicht zu aufdringlich oder gar kitschig wirkt – zumindest, wenn die Effekte nur hin und wieder eingesetzt werden.

Fotos mit Gimp freistellen

Bearbeitung: Bilder mit Gimp freistellen

Hinweis: Frei gestellte Motive wirken besonders schön, wenn sie mit einem transparenten Hintergrund gespeichert werden. Dies ist nur möglich, wenn das bearbeitete Foto als .png-Datei gespeichert wird. Es ist möglich, dass nicht jede Anbieter-Software mit diesem Format arbeiten kann. Damit Sie sich die Arbeit nicht umsonst machen, ist es ratsam, dies vor der Bildbearbeitung in der Software des Fotobuchanbieters zu testen. Unter Freistellen versteht man das Entfernen des Hintergrunds um ein Motiv herum. Ein bestimmter Teil eines Fotos wird also ausgeschnitten.

Für diese Art der Bildbearbeitung beziehen wir uns noch einmal auf einige Beispiele der letzten Kapitel. Gerade bei Hochzeitsbüchern ist es beliebt, zum Beispiel den Brautstrauß oder die Torte freizustellen. Aber auch bei allen anderen Themen bietet dies eine schöne Möglichkeit, den Betrachter des Buches zu überraschen. Bei einem Reisebuch würde sich dies für Ortsschilder anbieten, bei Babybüchern könnten es aussagekräftige Schmuckelemente sein, die man so besonders hervorhebt. Um ein Motiv auf diese Art in GIMP auszuschneiden, wird zunächst das zu bearbeitende Foto geöffnet. Die folgenden Schritte erleichtert man sich durch Einblenden der Werkzeugpalette. Zu finden ist sie unter dem Menüpunkt „Werkzeuge“ – „Neuer Werkzeugkasten“.

Freistellungswerkzeug

Bereich zum Freistellen bei Gimp auswählen

Um nun den gewünschten Bereich ausschneiden zu können, muss mit einem der „Auswahlwerkzeuge“ der gewünschte Bereich markiert werden. Die Abbildung rechts zeigt die möglichen Werkzeuge. Von links sind das die rechteckige Auswahl, elliptische Auswahl, Freihand-Auswahl, der Zauberstab, Auswahl nach Farben, magnetische Schere und die Vordergrundauswahl.

Auf welches Werkzeug die Wahl schließlich fällt, ist abhängig von dem Bereich, der zu markieren ist. Ein Blumenstrauß, wie in unserem Beispiel, ist dabei sicherlich kein Motiv, das besonders leicht zu bearbeiten ist. Durch die vielen kleinen grünen Blätter in unserem Beispielfoto ist dies schon eine recht anspruchsvolle Aufgabe, die auch Geduld erfordert. Wir haben uns für die magnetische Schere entschieden, die uns hilft, eine Markierungslinie entlang der Kanten zu zeichnen. Dazu setzen wir manuell (durch Klicken) Punkte, die das Werkzeug dann entlang der Farbkanten miteinander verbindet.

Beispiel: Blumenstrauß mit Gimp freistellen

Um den Strauß möglichst exakt markieren und ausschneiden zu können, muss zunächst recht weit in das Bild hineingezoomt werden. Dazu das Lupensymbol in der Werkzeugpalette auswählen. Es erscheinen neben dem Cursor eine kleine Lupe und ein Pluszeichen. Durch einfachen Klick in das Bild wird nun also weiter in das Foto hineingezoomt.

Erscheint Ihnen der Bildausschnitt zu groß, kann bei gedrückter Strg-Taste auch wieder aus dem Bild herausgezoomt werden. Gleiches lässt sich durch Drücken der Strg-Taste und gleichzeitigem Drehen des Mausrades erreichen. Die Markierung kann an einem beliebigen Punkt an der Kante des Motivs begonnen werden.

Tipp: Sollte nach dem Zoomen der Rand des Motivs nicht zu sehen sein, kann der Bildausschnitt einfach verschoben werden. Entweder durch vorherige Auswahl des „Verschieben“-Symbols in der Werkzeugpalette oder durch Gedrückthalten der Leertaste, wodurch kurzfristig vom Zoom- oder Auswahlmodus in den Verschiebemodus gewechselt wird. In unserem Beispielfoto lässt sich der Bereich, in dem sich die roten Rosen vor dem Schwarz des Anzugs befinden, leicht abgrenzen. Hier können die Punkte weiter auseinander gesetzt werden, da das Werkzeug die Kante aufgrund der deutlichen Farbunterschiede gut bestimmen und sauber markieren kann.

Einen Ausschnitt zum Freistellen auswählen

Markierungspunkte setzen

Diese Abbildung verdeutlicht die letzten drei Schritte. Ganz links ist das gezoomte Foto zu sehen. In der Mitte wurde der Fotoausschnitt so verschoben, dass die Kanten des Motivs gut sichtbar sind, und rechts ist das Foto noch einmal weiter herangezoomt, wobei die ersten Markierungspunkte mit der magnetischen Schere gesetzt wurden.

In anderen Bildbereichen, in denen sich der Hintergrund nicht so stark vom Motiv abhebt und bei denen auch an das Motiv selbst entlang der Kanten verschiedene Farbnuancen aufweisen (wie bei den Efeublättern), müssen Sie dem Werkzeug mehr „helfen“, die Konturen richtig auszumachen. Bei der linken Darstellung der nachfolgenden Abbildung ist zu sehen, dass die magnetische Schere die Linie nicht exakt entlang des Efeublattes führt. An diesen Stellen müssen also mehr Markierungspunkte gesetzt werden, wie das rechte Bild verdeutlicht.

Das freizustellende Motiv umranden

Motiv präzise umranden

Auf diese Weise wird nun das gesamte Motiv umrandet. Geschlossen wird die Linie zum Schluss mit einem Klick auf den zuerst gesetzten Punkt. Sehr hilfreich ist, dass Markierungspunkte im Nachhinein verschoben werden können, um die Umrandung noch zu präzisieren. Das nächste Beispiel zeigt, dass in der linken Darstellung ein Punkt versehentlich an den roten Rand der Rose gerutscht ist (gelb markiert).

Um nun auch das Rosenblatt noch mit zu markieren, fahren Sie einfach mit der Maus auf den Punkt (wichtig ist, dass neben dem Cursor das Scherensymbol und „Verschieben-Kreuz“ erscheinen) , der verschoben werden soll. Bei gedrückter Maustaste können Sie ihn an die gewünschte Position verschieben (gelbe Markierung im rechten Bild). Die magnetische Schere setzt die Markierungslinie nun entlang der grünen Linie des Blattes.

Den Markierungspunkt bei Freistellen mit Gimp verschieben

Auf ähnliche Weise lassen sich auch zusätzliche Punkte einfügen. Dazu mit dem Mauszeiger auf die gewünschte Stelle der Markierungslinie klicken. Dabei erscheinen das Scherensymbol und ein Pluszeichen neben dem Cursor. Sobald Sie mit der Markierung zufrieden sind, kann das Motiv durch Klick in den umrandeten Bereich ausgewählt werden. Eine Möglichkeit, den Brautstrauß freizustellen, ist, die Auswahl nun zu invertieren, also umzukehren. Dadurch ist nicht mehr der Strauß ausgewählt, sondern der restliche Teil des Fotos, den Sie durch Drücken der „Entfernen-Taste“ löschen können.

Beispiel Foto freistellen mit Gimp

Freigestelltes Bild transparent anlegen

Zur Verdeutlichung haben wir dieses Zwischenergebnis als .jpg gespeichert und auf eine gelbe Seite gelegt. Wie auf dem Untergrund zu sehen ist, hat das freigestellte Motiv bei dieser Methode einen weißen Hintergrund. Deutlich schöner ist es, wenn der Hintergrund des Straußes nicht weiß ist sondern transparent, wie bei dem Beispiel rechts.

Dazu bleiben wir bei dem Zwischenstand mit dem weißen Hintergrund und ändern einfach das weiß in transparent. Wenn der Hintergrund nicht mehr ausgewählt ist, einfach noch einmal zum Beispiel durch Klick mit dem Zauberstab-Werkzeug in die weiße Fläche klicken und so markieren. Anschließend unter dem Menüpunkt Farben den Unterpunkt „Farbe zu Transparenz“ auswählen und „OK“ klicken. Das weiß wird durchsichtig, was durch ein graues Karomuster dargestellt wird.

Bild als png sichern!

Als letzter Hinweis zu diesem Punkt: Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass noch einige Bereiche zwischen den Blättern das weiße Hochzeitskleid zeigen. Für eine perfekte Bearbeitung sollten auch diese Bereiche noch ausgewählt und entfernt werden. Zum Beispiel wieder mit der magnetischen Schere. Ebenfalls denkbar wäre der Einsatz des Zauberstab-Werkzeugs, das Bereiche auswählt, die farblich identisch sind.

Gimp kann mehr als freistellen: Schwarz-weiß Foto mit farbigen Elementen

Diese Art der Bildbearbeitung wird auch Colorkey-Technik genannt. Ein sehr beliebtes Beispiel und daher leider auch schon leicht abgedroschen ist die rote Rose auf schwarz-weißem Hintergrund. Gerade bei Hochzeitsbüchern ist sie dennoch beliebt, und bei stilvollem Einsatz sind solche Fotos nach wie vor ein „Hingucker“.

Um diesen Effekt zu erzeugen, gibt es einige verschiedene Methoden. Ein einfacheres Verfahren möchten wir an dieser Stelle vorstellen und greifen dafür noch einmal auf die ersten Schritte der unter dem letzten Punkt vorgestellten Methode des Freistellens zurück. Um einmal nicht die besagte rote Rose als Beispiel zu nehmen, haben wir uns für ein Foto von Lebkuchenherzen entschieden. Nur ein kleines Dekoelement soll dabei rot bleiben, der Rest soll schwarz-weiß werden.

Mit Gimp ein schwarz-weiß Bild mit farbigen Elementen erzeugen

Motiv präzise umranden

Wie zuvor beschrieben, wählen wir unter den Auswahlwerkzeugen wieder die magnetische Schere aus. Nun umranden wir das kleine rote Herz. Anschließend kehren wir, wie im letzten Beispiel, die Auswahl um, durch Klick im Menü auf „Auswahl“ und „Invertieren“. Dadurch ist also das gesamte Foto bis auf das Herzchen markiert. Indem Sie nun noch unter „Farbe“ und „Farbton/Sättigung“ (siehe mittlere Darstellung der oberen Abbildung) den Regler für die Sättigung nach ganz links bewegen, wird der Rest des Bildes schwarz-weiß. Anschließend muss das bearbeitete Bild lediglich noch abgespeichert werden.

Achtung beim Farbmanagement!

Ein sehr wichtiger Punkt zum Thema Bildbearbeitung ist das Farbmanagement. Ziel dessen ist, Farben an einem Eingabegerät so anzeigen zu lassen, wie sie später auch ausgegeben werden. Mit anderen Worten und auf die Fotobuchgestaltung bezogen: Bei der Bildbearbeitung bzw. Fotobucherstellung soll ein Foto also am heimischen Computer die Farben möglichst so darstellen, wie sie später im Fotobuch erscheinen.

Dies zu erreichen ist nur möglich, wenn man sich eingehend mit dem Thema beschäftigt und entsprechende Einstellungen vornimmt. Je nach Anspruch ist Farbmanagement auch mit kleineren oder größeren Investitionen verbunden. An dieser Stelle sei nur darauf hingewiesen, dass Farben ohne Farbmanagement am eigenen Bildschirm nicht genau so aussehen wie später im Fotobuch.

Die Farbdarstellung und –wahrnehmung ist abhängig von dem jeweiligen Gerät, den eigenen Bildschirmeinstellungen, vom Lichteinfall, Farben der Umgebung (farbige oder weiße Wände) und vielen weiteren Einflüssen. Fallen die Farben im Fotobuch also nicht so aus, wie gewünscht, ist dies nicht unbedingt ein Fehler des Fotobuch-Anbieters.

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