Wenn ihr ein Fotobuch drucken möchtet, steht ihr füher oder später vor der Frage: Soll das Papier für mein Fotobuch matt oder glänzend sein? Wichtig dabei ist, dass es hier kein richtig oder falsch gibt und für welches Papier ihr euch entscheidet, ist reine Geschmackssache.
In diesem Artikel gehen wir auf die Vor- und Nachteile von mattem oder glänzendem Fotopapier ein und zeigen dir anhand von Beispielen, wie die Papiere wirken.
Davor solltet ihr jedoch wissen, dass ein Fotobuch mittels zwei unterschiedlichen Druckverfahren hergestellt werden kann. Dem Echtfotobuch und dem Digitaldruck. Hierbei wählt ihr zwischen unterschiedlichen Papiertypen und Produktionsverfahren, mit denen die Fotos gedruckt werden . Was das genau heißt, erklären wir in unserem Beitrag zu Echtfotobuch versus Digitaldruck.
Die richtige Papierwahl für euer Fotobuch: matt oder glänzend?
Und jetzt zum Papier. Hier zunächst einmal eine kurze Übersicht, was die Vor- und Nachteile der Papiere sind.
Vorteile glänzendes Papier
- Hohe Farbbrillanz
- Starker Kontrast
- Glänzende Oberfläche
- Ideal für Präsentationen
Nachteile glänzendes Papier
- Spiegelungen
- Empfindlich
- Glattere Haptik
Vorteile mattes Papier
- Reflexionsarm
- Unempfindlich
- Natürliche Optik
- Angenehme Haptik
- Langlebig
Nachteile mattes Papier
- Weniger Farbbrillanz
- Geringerer Kontrast
Leserstimmen
Jürgen Kleimann
Jeder Fotograf würde wohl eher zu matt / seidenmatt greifen, als Hochglanz. Ich persönlich empfinde die Spiegelungen auch als störend. Schließlich kommt hinzu, dass ein Fotobuch ja gezeigt werden soll und durch viele Hände geht: Fingerabdrücke sind dann bei Hochglanz sicher ein Problem. Da ich ohnehin zu belichteten Büchern statt gedruckten greife, kann ich meinem Vorrednder nur recht geben. Ein seidenmattes Buch bei Saal ist ebenso intensiv in den Farben […]
Wolfgang Smetryns
Also ich habe von unserer letzten Urlaubsreise Gardasee/Toskana ein Fotobuch mit seidenmatten Seiten und eins in Hochglanz anfertigen lassen und musste feststellen, dass die Seiten in seidenmatt nicht die Brillanz wie Hochglanz haben. Auch vermisse ich die Bildschärfe. Da meine Fotobücher auch mit Hintergrundinformationen betextet werden, fällt bei seidenmatt auch eine stark wahrnehmare Unschärfe in den Textpassagen auf. […]
Unterschiede zwischen mattem und glänzendem Fotopapier
Glänzendes Fotopapier
Wie bei Pro und Kontra schon erwähnt, ist der größte Vorteil von glänzendem Fotopapier eine hohe Farbbrillanz sowie starke Kontraste. Dadurch eignet sich das Papier besonders für detailreiche Aufnahmen, Fotos mit kräftigen Farben oder dynamische Motive (Natur-, Sport-, Porträt- oder Urlaubsfotos). Der Glanz des Papieres verstärkt zudem die wahrgenommene Schärfe und Detailtreue des Bildes. Für die meisten wirken Fotos auf glänzendem Papier hochwertiger und „ausstellungsreif“.
Glänzendes Papier hat jedoch den großen Nachteil, dass es zu starken Spiegelungen und Reflexionen neigt. Dies kann, abhängig vom Lichteinfall, bedeuten, dass Inhalte nicht richtig gesehen werden können, was gerade bei Wandbildern oder Präsentationen hinter Glas ungünstig ist. Zudem ist die Oberfläche sehr empfindlich und Fingerabdrücke oder Kratzer sind viel deutlicher und schneller zu sehen, als bei mattem Papier. Der hohe Kontrast und die Spiegelungen/ Reflexionen können bei großen, detailreichen Drucken auch dazu führen, dass die Bilder unruhig oder auch zu intensiv wirken und das Auge überfordern. Beachtet außerdem, dass sich glänzendes Papier nicht gut beschriften lässt, da die Oberfläche zu glatt ist.
Mattes Fotopapier
Matte Fotopapiere zeichnen sich durch eine reflexionsarme Oberfläche aus, wodurch sie sich besonders für lichtdurchflutete Räume eignen oder für Präsentationen hinter Glas. Die rauere Oberfläche macht das Papier unempfindlicher gegenüber Fingerabdrücken und Kratzern. Im Vergleich zu glänzendem Papier wirken die Farben auf mattem Papier dezent, natürlich und gedeckt. Daher bietet sich mattes Papier besonders bei künstlerischen Motiven, Schwarz-Weiß-Fotografien, Porträts oder stimmungsvollen Landschaften an. Vorteilhaft ist auch, dass sich mattes Papier ohne Probleme beschriften lässt.
Die geringe Farbbrillanz ist aber auch ein Nachteil des matten Papieres, denn wie bereits erwähnt, wirken die Farben weniger intensiv und kontrastarm. Daher eignet sich mattes Papier eher weniger für farbintensive, lebendige oder kontrastreiche Motive. Der matte Effekt und die leicht raue Oberfläche führen auch dazu, dass Bilder und feine Details weicher und weniger scharf wirken. Dies ist besonders bei detailreichen Motiven ein großer Nachteil.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vor- und Nachteile von mattem und glänzendem Papier reine Empfindungssache sind und von jedem Menschen anderes wahrgenommen werden können. Die beste Möglichkeit ist hier, sich Beispiele von mattem und glänzendem Fotopapier anzusehen um einen Eindruck davon zu bekommen, wie diese Papierarten wirken.
Die richtige Papierwahl bei Echtfotobüchern und digital gedruckten Fotobüchern
Echtfotobücher
Wie zuvor schon einmal kurz angeschnitten, gibt es zwei unterschiedliche Verfahren zur Herstellung eines Fotobuches. Eines davon ist das Echtfotobuch. Hierbei wird das gleiche Verfahren genutzt, mit dem früher analoge Bilder entwickelt wurden. Der einzige Unterschied ist, dass die Bilddaten heute digital sind. Konkret bedeutet das, dass die digitalen Bilder auf lichtempfindliches Fotopapier projiziert werden, wodurch eine Art Negativfilm entsteht. Dieser Negativfilm wird dann in einem chemischen Prozess entwickelt, fixiert und anschließend gewaschen. Durch dieses Herstellungsverfahren sind die Bilder gestochen scharf, haben einen großen Farbumfang, hohe Detailtreue und eine edle und langlebige Anmutung.
01 glänzendes Echtfotobuch
02 mattes Echtfotobuch
Gedruckte Fotobücher
Bei dem zweiten Verfahren werden die Fotobücher digital gedruckt. Hier werden moderne Drucktechniken (Laserdruck oder Tintenstrahldruck) genutzt, um die Inhalte auf Papier zu bringen.
Bei diesem Druckverfahren werden die Bilddaten mittels feiner Farbpunkte auf das Papier aufgetragen. Dabei entstehen kräftige Farben und klare Kontraste. Der große Vorteil von digital gedruckten Fotobüchern ist ihre Vielseitigkeit. Sie bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei Formaten, Papiersorten und Bindungen und eignen sich besonders gut für Fotobücher, in denen nicht nur Bilder, sondern auch Texte oder grafische Elemente abgebildet werden.
03 glänzendes Fotobuch
04 mattes Fotobuch
zusammenfassung
Glänzende Fotos
- Farbenfrohe Urlaubs- oder Eventfotos
- Bilder, bei denen hohe Farbbrillanz und Kontraste gewünscht sind
- Fotobücher, die hauptsächlich zur Präsentation dienen und weniger häufig genutzt werden
Matte Fotos
- Fotobücher, die häufig durchgeblättert werden
- Bilder mit dezenten Farben oder Schwarz-Weiß-Fotografie
- Professionelle Präsentationen, bei denen eine edle Optik gewünscht ist
Unser Fazit zur Frage: Fotobuch matt oder glänzend?
Ob ein Fotobuch matt oder glänzend gestaltet werden sollte, hängt stark vom eigenen Geschmack und dem geplanten Verwendungszweck ab.
Mattes Fotopapier überzeugt durch seine edle, reflexionsarme, dezente und zurückhaltende Optik und ist besonders unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Daher eignet es sich besonders für Fotobücher, die oft durchgeblättert werden.
Glänzendes Fotopapier besticht durch seine intensive Farbbrillanz, satten Schwarzwerte und starke Kontraste. Wer den Look von einem professionellen Finish möchte, trifft mit glänzendem Papier die richtige Wahl.
Ein guter Praxistipp: Wenn ihr euch noch unsicher seid, ob euch mattes oder glänzendes Papier besser gefällt, sollte ihr euch die beiden Varianten in gedruckter Form einmal ansehen. Eine kostengünstige Möglichkeit bietet hier ein einfacher Fotodruck beim Drogeriemarkt. Zwar stimmt hier die Papierqualität mit dem späteren Produkt nicht überein, jedoch bekommt ihr so einen ersten Eindruck davon, wie die Bilder in matt oder glänzend wirken.




