Tutorial: Ein Hochzeitsfotobuch richtig gestalten



 

 

 

Von Rolf Jansen und Sven Betting

Das Hochzeitsfotobuch gehört heute zu einer Hochzeit einfach dazu. Man kann es professionell gestalten lassen oder aber man setzt sich selbst mit der kostenlosen Software einer der vielen Fotobuchanbieter am Markt hin und gestaltet das Buch selbst. Natürlich kann man auch einfach ein professionelles Buch gestalten lassen und selbst noch ein Privates gestalten. Wenn Ihr euch dazu entschieden habt, auch selbst kreativ zu werden, dann könnt Ihr in unserem Tutorial zur Gestaltung eines Hochzeitsfotobuchs einige hilfreiche Tipps finden…

 

Das Hochzeitsfotobuch chronologisch aufbauen

Wichtig ist es bei einem Fotobuch generell eine Struktur zu planen, um sich bei der Gestaltung später nicht zu verzetteln oder viele Seiten ständig verschieben zu müssen. In diesem Fall wollen wir euch eine chronologische Gestaltung von dem eigenen Hochzeitsfotobuch ans Herz legen. Man könnte beispielsweise damit beginnen, die Vorbereitungen in Szene zu setzen, die Fahrt zur Kirche, die Zeremonie selbst, Gratulationen und schließlich die spätere Feier – immer wieder mal können schöne Momentaufnahmen eingestreut werden.

 

Fotos verschiedener Kameras chronologisch sortieren mit Picasa

Häufig ist es so, dass bei einer Hochzeit viele Fotografen zu Werke schreiten, der engagierte Fotograf, Freunde, Verwandte und das Brautpaar selbst. Nun bekommt man viele Fotos und möchte diese im Vorfeld sortieren. Am besten gleich chronologisch, so wie die Fotos später auch in dem Hochzeitsfotobuch verbaut werden sollen. Hier muss man nicht hingehen und jedes Bild umbenennen und einzeln sortieren. Mit dem Google eigenen Dienst Picasa lassen sich Fotos von verschiedenen Kameras hervorragend in einem neuen Ordner nach Aufnahmezeitpunkten sortiert abspeichern. Ein genaues Tutorial dazu mit vielen Screenshots und eine Schritt-für-Schritt Anleitung findet Ihr in unseren Tipps zur Fotobuchgestaltung.

 

 

 

Schnelltipps

  • Plant die Struktur eines Fotobuchs (beispielsweise chronologisch), um euch bei der Gestaltung von dem Hochzeitsfotobuch nicht zu verzetteln
  • Sortiert die Fotos verschiedener Kameras vor (Picasa) und legt einen eigenen Fotobuchordner mit vorausgewählten Fotos an, damit bei der Gestaltung nicht jedes Foto mühsam in Ordnern gesucht werden muss.

 


 

Saal Banner – Anzeige – | Anzeigen stellen keine Empfehlung der Redaktion dar

 


 
Grundsätzlich sollten in den Ordner für das spätere Buch nur vorausgewählte Fotos geladen werden. Je größer die Fotoordner sind, die später in die Fotobuchsoftware geladen werden, umso länger dauert der Upload und umso schwieriger wird es bei der Gestaltung, schnell die gewünschten Motive zu finden. Ausschussfotos sollten demnach möglichst gar nicht erst in dem Ordner landen. Das Scrollen durch die hochgeladenen Fotos verlangsamt viele Tools zudem enorm und kostet Zeit und Nerven. Am besten ist es natürlich, man lädt nur die Fotos in den Ordner, die auch tatsächlich für das Buch zum Einsatz kommen sollen.

 

Scannen, digitales Scrapbooking & mehr: Einladungskarten, Zeitungsaufgebot…

Immer beliebter wird es, in einem Hochzeitsfotobuch Erinnerungsstücke wie das Zeitungsaufgebot oder auch Einladungskarten mit in die Gestaltung einfließen zu lassen. Nun kann man es in guter alter Manier des Scrapbooking direkt mit in das Buch einfließen lassen, indem man zum Kleber greift oder aber man bedient sich dem immer beliebter werdenden digitalen Scrapbooking und scannt beispielsweise Einladungskarten ein, um sie wie ein Foto mit in dem Buch verwenden zu können. Dabei gilt es vor allem auf die Auflösung zu achten. Scans für ein Fotobuch benötigen mindestens 300 dpi, um im Druck ein gutes Ergebnis erzielen zu können. Tipps zur richtigen Auflösung bei Fotos für ein Fotobuch findet Ihr in dem ausführlich Tutorial unter dem Link.

Es ist natürlich sinnvoll, bereits bei der Planung der Struktur des Buches zu berücksichtigen, welche gescannten Elemente in dem Buch zur Verwendung kommen sollen und diese bereits mit in den Ordner für das Buch zu hinterlegen.

 

Schnelltipps

 

  • Ein Foto, eine Einladungskarte oder auch eine Zeitungsanzeige muss mit mindestens 300 dpi gescannt werden, um ein gleicher Größe im Fotobuch verwendet zu werden.
  • Bedenkt dabei, dass bei einer doppelt so großen Verwendung das Ursprungsbild mit mindestens 600 dpi gescannt werden muss, um nicht im Druck ein pixeliges Ergebnis zu erzielen.
  • Reinigt unbedingt vor dem Scannen die Scanneroberfläche mit einem antistatischen Tuch, da Staub sehr unschöne Flecken hinterlässt und kleinere Schatten durch Staub häufig erst im Druck erkennbar werden und hätten vermieden werden können.

 

Beispielseite aus einem Profibuch gestaltet durch unsere Redakteurin Mirja Hespe [1]: Hochzeitsfotobuch gestaltet von Mirja Hespe

Tipps: Fotos im Hochzeitsfotobuch annordnen

Um Fotos in einem Hochzeitsfotobuch richtig anzuordnen und kreativ zu sein, muss natürlich erst einmal das Bildmaterial stimmen. Achtet bereits bei der Hochzeit darauf, dass viele Detailfotos entstehen, beispielsweise von den Ringen auf dem Samtkissen oder den Blumengebinden. Diese Detailfotos lassen sich später bei der Fotobuchgestaltung sehr gut mit den anderen Fotos kombinieren und erzeugen eine sehr schöne Stimmung in dem Buch. Spiegel Online bietet einen Artikel zum Thema Komposition von Fotos und Layout: „Zu den klassischen Prinzipien der Komposition zählen der Goldene Schnitt, Symmetrie und Asymmetrie, Diagonalen, Reihung, Gegensatzpaare, Vielheit und Einheit, Zeichnerisches versus Malerisches, Fläche und Tiefe sowie geschlossene und offene Formen“ [2].

Ein Hochzeitsfotobuch wird dadurch interessant, dass es Abwechslung bietet und nicht nur einfach ein Foto neben das nächste Foto „geklatscht“ wird. Liebevolle Variationen in Bezug auf Motive und Darstellung lassen das Buch lebendig werden:

 

Beispielseite aus einem Profibuch gestaltet durch unsere Redakteurin Mirja Hespe:

 

Bindungen: LayFlat Bindung, Leporellobindung, Fadenbindung & Klebebindung

 

Wichtig ist es natürlich, bevor man sich mit der Fotobuchsoftware eines Herstellers hinsetzt und das Buch gestaltet, dass man genau weiß, was man eigentlich von dem Hochzeitsfotobuch erwartet. Nicht jeder Hersteller bietet jede Veredelungsform an. So gibt es bei den Bindungsweisen bereits erhebliche Unterschiede. Manche Anbieter bieten lediglich eine Standard Klebebindung an, andere können mit einer Leporellobindung aufwarten, bieten eine besondere LayFlat Bindung an oder offerieren die sogenannte Fadenbindung gegen Aufpreis. Wie die einzelnen Bindungen aussehen, wollen wir euch nun im Einzelnen zeigen und die Vorteile wie auch Nachteile auflisten:

 

LayFlat Bindung

 

Die LayFlat Bindung lässt die einzelnen Buchseiten relativ flach anliegen, die obligatorische Wölbung im Falz bleibt aus und eine ungestörte Aufsicht auf die Fotos im Buch wird möglich. Beispielsweise die Marke Albelli bietet seinen Kunden bei gedruckten Fotobüchern diese besondere Bindung für einen geringen Aufpreis an.

 

 

Leporello Bindung

 

Bei der Leporellobindung werden Seiten aus hochwertigem Fotopapier flach gebunden und lassen das Buch wie einen Bildband wirken. In der Regel werden die Fotos bei einem solchen Fotobuch auf das Fotopapier belichtet. Die Marke PhotoBox bietet auch ein leporellogebundenes Fotobuch, bei dem auf das Fotopapier gedruckt wird.

 

 

Fadenbindung

 

Die Fadenbindung wird nur von sehr wenigen Anbietern wie beispielsweise Prentu, Photodose oder auch Pixopolis angeboten und ist nicht nur eine optische Bereicherung für das Hochzeitsfotobuch. Bei dieser Bindung werden die einzelnen Buchseiten miteinander vernäht und dadurch wird das gesamte Buch sehr stabil und die einzelnen Buchseiten untrennbar miteinander verbunden.

 

 

Klebebindung

 

Die Klebebindung wird von nahezu jedem Anbieter als Standartbindung bei gedruckten Fotobüchern angeboten und ist neben der Spiralbindung oder Klammerbindung die günstigste Bindungsart. Die einzelnen Buchseiten werden bei diese Bindung miteinander verleimt. Klebegebundene Hochzeitsfotobücher weisen die Buchtypische Wölbung im Falz auf.

 

 
 

Hochzeitsfotobuch: Gedruckt oder belichtet?

Vielen Kunden ist es gar nicht bewusst, dass es diesen Unterschied bei den Fotobüchern überhaupt gibt. Auch bei Kommentaren unserer Lesern zu Fotobuchanbietern, die ausschließlich belichtete Fotobücher anbieten, wird immer wieder der Druck gelobt. Dabei ist der Unterschied signifikant und der Produktionsprozess bei Druck oder Belichtung völlig verschieden.

Die sogenannten Echtfotobücher (Saal Digital, Sonnenbild.de oder auch FotoFoto.de) bestehen aus Buchseiten aus echtem Fotopapier, auf die die einzelnen Fotos ausbelichtet werden. Die gedruckten Fotobücher haben wesentlich dünnere Papier und teil sind die Druckraster bei nähere Betrachtung der Fotos auch deutlich zu erkennen. Zur Veranschaulichung hier zwei Makroaufnahmen desselben Fotos, einmal gedruckt, einmal belichtet:

 

Pro und Contra – Druck oder Belichtung auf Fotopapier

 

Die Variante Papier Seitenzahlen Schrift Bildqualität
Belichtung Relativ dickes & dadurch auch griffiges Fotopapier mit schöner Haptik. Bedingt durch die hohe Grammatur /Seitendicke sind meist weniger Seiten möglich, als bei der gedruckten Variante. Schrift wird in der Belichtung etwas unschärfer als im Druck, daher Schriftgrößen großzügig wählen. Bessere Fotoqualität als im Druck, da keine erkennbaren Druckraster und bessere Farbtreue.
Druck Dünnere Papiere sind die Regel Relativ geringe Grammaturen üblich, daher sind teils auch 150 und mehr Seiten möglich. Präziser im Druck als bei der Belichtung – auch kleinere Schriftgrößen können eingesetzt werden. Rasterartefakte sind bei genauer Betrachtung der Fotos erkennbar (Rasterdruck), Farbwiedergabe unpräziser und weniger Farbtreu als bei der Belichtung.

 

Hochzeitsfotobuch: Matt oder Hochglanz?

Eine Frage, die immer wieder in Foren heiß diskutiert wird und sicherlich auch nicht mit pro Matt oder pro Hochglanz beim Fotobuch beantwortet werden kann. Es ist schlicht und einfach eine Geschmacksfrage.

Dennoch gibt es Vorteile wie auch Nachteile, die an dieser Stelle genannt werden können. So ist es bei der Hochglanzveredelung mit Sicherheit so, dass durch den Effekt erhebliche Spiegelungen ausgelöst werden können und die hochglanzveredelten Bücher sehr anfällig sind für Fingerabdrücke.

Fans der Hochglanzvariante schwören auf die Lebendigkeit der Farben und diese wirken tatsächlich intensiver und ausdrucksstärker, als bei der matten Variante. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Fotobücher auf Fotopapier auch als matte oder seidenmatte Variante noch relativ glänzend und ausdrucksstark wirken. Im Druck auf übliche Papiere können die Ergebnisse sehr variieren.

Hochzeitsfotobuch: Schnelltipps für Eilige

  • Achtet schon bei der Hochzeit darauf, dass viele Detailfotos gemacht werden, wie beispielsweise Ringe auf dem Samtkissen, Detailaufnahmen der Blumengebinde – solche Detailfotos lockern das Buch später erheblich auf und bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Achtet unbedingt darauf, dass die Fotos mit möglichst hoher Auflösung aufgenommen werden, um später auch Fotos als Hintergrundbilder großflächig im Hochzeitsfotobuch zum Einsatz bringen zu können. Fotos müssen im Buch mindestens 300dpi aufweisen, um eine gute Druckqualität aufweisen zu können.
  • Wenn Einladungskarten und Ähnliches für das digitale Scrapbooking gescannt werden sollen, um sie als Gestaltungselemente in dem Buch einsetzen zu können, achtet ebenfalls darauf, dass diese mit mindestens 300dpi gescannt werden, wenn sie in der gleichen Größe im Buch gedruckt werden sollen. Hinweis: Sollen diese Einladungskarten in doppelter Größe gedruckt werden, muss die Auflösung schon 600dpi beim Scan betragen.
  • Vor der Gestaltung mit der Software eines Anbieters unbedingt überlegen, was das Buch „können muss“: Nicht jeder Anbieter bietet belichtete Fotobücher, eine Fadenbindung oder Veredelungen wie ein Ledercover an. Eure Anbieter- und Softwareauswahl sollte also von euren Kriterien abhängen und nicht vom Preis.
  • Trefft unbedingt eine Vorauswahl und sortiert die Bilder (Picasa) chronologisch sortiert vor. Dies erleichtert später die Gestaltung ungemein. Umso kleiner der Fotoordner ist, der später in die Software geladen wird, umso besser. Ausschussbilder also möglichst vor dem Upload filtern, da viele Fotos die Software sehr langsam machen.

 

Beispiele für Hochzeitsfotobücher als Inspiration

Beispiel von Albelli für ein Hochzeitsfotobuch zum  NachgestaltenBeispielsweise der Anbieter Albelli bietet jungen Hochzeitspaaren einige sehr schöne Inspirationen, wie man das eigene Hochzeitsfotobuch gestalten kann. Das tolle ist, das die Bücher online quasi Seite für Seite durchgeblättert werden können. Vorlagen und Hintergründe bieten im Übrigen viele Anbieter den Kunden.

 

Quellennachweis

 

Autor:

3 Kommentare zu “Tutorial: Ein Hochzeitsfotobuch richtig gestalten
  1. Sabine sagt:

    Wir haben unser Hochzeitsfotobuch von einer kleinen Manufaktur in Italien machen lassen mit einer aufwendigen Verschraubung, die echt spitze aussieht und vor allem langlebig ist. Das ganze hat mit der professionellen Gestaltung der Vorlage einige Hundert Euro gekostet. Aber man sieht in diesem Tutorial ja auch, wieviel Zeit man selbst reinstecken müsste, wenn man es richtig toll hinbekommen möchte. An solche Detailfotos wie aus den Beispielbildern denken ja viele bei der Hochzeit leider nicht. Wir haben unseren Profifotografen von Anfang an auch mit der Gestaltung des Buchs für die Hochzeit beauftragt, daher hatten wir solche schönen Detailaufnahmen dabei. Man heiratet ja hoffentlich nur einmal im Leben – dann darf es auch was kosten 🙂

  2. Melli sagt:

    Wir haben unser Hochzeitsfotobuch von unserer Fotografin machen lassen. Wir haben auch versucht, selbst eins zu machen, ist aber bei Weitem nicht so schön geworden, wie das professionelle Buch. Bestellt wurde das Buch für uns bei einem deutschen Anbieter – also ein ganz normales Fotobuch.

  3. Lena und Tim sagt:

    Wir haben ein Fotobuch selbst gestalten, aber auch von unserem Fotografen ein professionelles Hochzeitsfotobuch machen lassen – das war mit rund 300 Euro nicht gerade billig. Das selbst gemachte ist zwar nicht sooo schön, wie das vom Profi, dafür haben wir uns echt viel Zeit gelassen und auch eins ehr schönes Buch zusammengestellt. Unser eigenes haben wir dann auch an Verwandte verschenkt, da dieses dann nur 60 Euro anstatt 300 Euro pro Stück gekostet hat. Das Hochzeitsfotobuch vom Fotografen ist dann was Besonderes, dass nur wir haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

dreizehn + sieben =