Kapitel 4.2: Druckverfahren, Papiere und Bindungsarten


Mirja HespeVon Mirja Hespe

Die Autorin Mirja Hespe ist professionelle Fotobuchdesignerin und schreibt für FM* – Das Fotobuch Magazin die Tipps zur Fotobuchgestaltung. In 12 Kapiteln zeigen wir Euch, wie man mit einfachen Tipps mehr aus seinen Fotobüchern machen kann.

 


Digitaldruck oder Echtfotobuch? Mattes oder glänzendes Papier? Klebebindung, Fadenbindung, Heftbindung, Spiralbindung oder Leporellobindung? Fragen über Fragen und die Antworten darauf hängen wieder vom persönlichen Geschmack, von der Qualität der Fotos und nicht zuletzt auch vom Budget ab.

Die Redaktion des Fotobuchmagazins hat sich dieser Thematiken bereits angenommen und in gesonderten Artikeln ausführlich über Pro und Contra berichtet. Siehe Website unter Ratgeber bzw. Bindungen:

Unsere Tipps zu Bindungen, Belichtung und Druck sowie matt oder hochglanz beim Fotobuch

Unsere Tipps zu Bindungen, Belichtung und Druck sowie matt oder hochglanz beim Fotobuch

 

Dennoch auch an dieser Stelle noch einige Hinweise:
Grundsätzlich sei ergänzt, dass nicht jeder Fotobuchanbieter alle Möglichkeiten anbietet. Bevor man sich also auf die Suche nach einem Druckanbieter macht, sollten auch Entscheidungen hierzu getroffen werden, um gezielter nach dem passenden Druckpartner suchen zu können.

Das Echtfotobuch

Wer sehr gute und mit Bedacht aufgenommene Fotos zu einem Fotobuch verarbeiten möchte, wird sich wahrscheinlich für ein Echtfotobuch entscheiden. Also gegen den Digitaldruck und für das Ausbelichten der Fotos. Das Echtfotobuch ist in dem Fall das Tüpfelchen auf dem i. Hier kommen die Farben toll zur Geltung und anders als beim Digitaldruck werden keine Druckraster zu sehen sein. Allerdings sind diese für Laien meistens auch kaum wahrnehmbar.

Besteht hingegen die zu verarbeitende Fotostrecke eher aus vielen Schnappschüssen, die vielleicht auch nicht alle gestochen scharf sind, dann muss es vielleicht nicht unbedingt das Echtfotobuch sein. Nur weil die Fotos ausbelichtet werden, kann das originale Fotomaterial natürlich nicht  verbessert werden.

Das Echtfotobuch geht aber noch mit zwei weiteren Vorteilen einher. Zumindest werden sie von vielen Fotobuchgestaltern in den meisten Fällen als Vorteil wahrgenommen.

Zum Einen ist dies das sehr starke Papier, das gerne mit den dicken Seiten eines Kinderbuches verglichen wird. Jedenfalls bei Fotobüchern mit einem geringen Umfang (unter 30 Seiten) ist dies ein Vorteil, da dann das Buch nicht zu dünn wird. Wie bereits zuvor beschrieben, wirkt es eher befremdlich, wenn der Buchdeckel dicker ist als der Buchinhalt. Umgekehrt sind diese dicken Seiten für Bücher mit großem Seitenumfang eher ungeeignet, da sie dann schlichtweg zu unhandlich und schwer werden. Außerdem bieten die meisten Fotobuchanbieter das Echtfotobuch produktionsbedingt mit max. 80- 100 Seiten an.

Ein weiterer Vorteil ist die LayFlat-Bindung (auch Leporello- oder Panoramabindung genannt) von Echtfotobüchern. Dies bedeutet, dass sich die Fotobücher plan aufschlagen lassen und sich kein störender Buchfalz in der Mitte des Buches befindet. Man kann also problemlos Fotos seitenübergreifend platzieren, was besonders hilfreich ist, um ein Buch abwechslungsreich und ohne Verlust von Bildinformationen am Falz gestalten zu können.

 

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Der Digitaldruck

Der Digitaldruck ist im Vergleich zum Echtfotobuch die günstigere Variante. Allerdings gibt es mittlerweile auch gute Fotobuchdruckereien, die qualitativ sehr gute Echtfotobücher anbieten und preislich nicht sehr weit entfernt vom Digitaldruck sind. Ein Preisvergleich lohnt sich hier auf jeden Fall.

Wer sich für den Digitaldruck entscheidet, wird ein Fotobuch mit einer Klebe- oder in Ausnahmen mit einer Fadenbindung erhalten. Grundsätzlich ist auch die Klebebindung so ausgereift, dass man hier mit einer langen Haltbarkeit rechnen kann.

Ringbindungen und Heftbindungen

Ring- oder Heftbindungen sind sicher die günstigsten Varianten eines Fotobuches. Sie wirken weniger elegant als die anderen Bindungen, aber auch das kann bei dem ein oder anderen Buch ein gewünschter Effekt sein. An diese Bücher wird oft kein großer Gestaltungsanspruch gestellt und jemandem in dieser Form ein paar Erinnerungsfotos zu schenken ist definitiv schöner als sie einfach als schlichten Stapel an Fotoausdrucken zu überreichen.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu glänzendem versus mattem Papier. Diese Entscheidung kennt man noch aus Zeiten, in denen man Filme entwickeln lassen hat und noch immer scheiden sich die Geister. Fotos wirken auf glänzendem Papier noch brillanter, allerdings sind die mit dem Glanz einhergehenden Spiegelungen oftmals ein eher unerwünschter Nebeneffekt und Fingerabdrücke erscheinen viel deutlicher. Also wieder eine Geschmacksfrage.

 

 

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Autor: | E-Mail: mirja.hespe|at|fotobuchmagazin.de

2 Kommentare zu “Kapitel 4.2: Druckverfahren, Papiere und Bindungsarten
  1. Hans Peter Maderer sagt:

    Hallo,

    ich bräuchte bitte eine neutrale Entscheidungshilfe, vielleicht von einem Fachmann. Ich weiss, dass man bei der Erstellung eines Fotobuches seine Kreativität freien Lauf lassen soll. Überhaupt, wenn es sich dabei um die Gestaltung eines Hochzeitsbuches handelt. Dies wäre mein erstes Buch und ich möchte eben, dass es gleich beim ersten Mal ein „Hingucker“ wird. 🙂
    Ich quäle mich immer noch um die Grösse des Buches. Soll es Hoch- oder Querformat sein, welche Abmessungen. Die Bilder in matt oder glänzend. Bin für jeden Tipp dankbar.

    Gruß
    Hans

  2. FM* - Das Fotobuch Magazin sagt:

    Hallo Hans,

    eine Entscheidungshilfe könnten dir diese Beiträge sein:

    Hochzeitsfotobuch: http://www.fotobuchmagazin.de/ratgeber-tipps/tutorial-hochzeitsfotobuch-richtig-gestalten/

    Formatauswahl: http://www.fotobuchmagazin.de/fotobuchgestaltung/kapitel-4/fotobuchformat/

    Matt / Hochglanz Vergleich: http://www.fotobuchmagazin.de/ratgeber-tipps/matt-oder-glanz-fotos-bei-fotobuch-ein-vergleich/

    Unsere Gestaltungstipps in der Übersicht: http://www.fotobuchmagazin.de/fotobuchgestaltung/

    Es ist nicht leicht, ein bestimmtes Format zu empfehlen. Grundsätzlich: Hast du mehr Hochformate, empfiehlt sich selbstverständlich ein hochformatiges Fotobuch – und umgekehrt. Da in der Regel immer eine Mischung vorliegt, muss abgewägt werden. Du kannst aber jederzeit im Gestaltungsprozess die Formate wieder ändern, solltest du merken, dass dir das Ergebnis nicht zusagt. Auch solltest du über die Möglichkeit eines größeren quadratischen Formats nachdenken. Wichtig ist vor allem, die abwechslungsreiche Gestaltung. Mal eine Beispielseite:

    Hochzeitsfotobuch: Gestaltungsbeispiel für eine Seite.

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