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Reihe: Tipps zur Fotografie

Die Fibonacci Spirale erklärt für Hobbyfotografen

Mirja Hespe

Von Mirja Hespe

Die Autorin Mirja Hespe ist professionelle Fotobuchdesignerin und schreibt die Tipps zur Fotobuchgestaltung.

Die Fibonacci Spirale für harmonische Fotos einfach erklärt

Um den passenden Ausschnitt zu finden, gibt es einige Hilfsmittel. Profis bedienen sich gerne der Goldenen Spirale (Fibonacci Spirale), die einen engen Zusammenhang mit dem Goldenen Schnitt hat. Die Goldene Spirale entsteht, indem zunächst eine Fläche nach dem Goldenen Schnitt geteilt wird. Im dadurch entstandenen größeren Teil wird dann ein ¼ Kreis eingezeichnet.

Die kleinere Fläche teilt man hingegen wieder nach dem Goldenen Schnitt und zeichnet auch hier wieder einen ¼ Kreis in die größere Fläche ein, der eine Fortsetzung des ersten ¼ Kreises bildet. Für die Fertigstellung der Spirale wird dieses Vorgehen neun Mal wiederholt und das Ergebnis schaut folgendermaßen aus…

Die Fibonacci Spirale ohne Fotohintergrund

Transparente Fibonacci Spirale über das eigene Bild legen

Die Suchmaschine macht  die Arbeit: Die Fibonacci Spirale müssen Laien nicht selbst erstellen. Bei Google wird man schnell fündig. So kann man die Spirale nach einem einfachen dem Download in einen Bildrahmen der Bildbearbeitungssoftware einsetzen. Indem man diesen dann über das betreffende Foto legt, kann man einen harmonischen Bildausschnitt finden. Es ist allerdings wichtig sie mit einem transparenten Hintergrund herunterzuladen. Die Spirale soll ja nicht das zu bearbeitende Bild überlagern. Weil dieser transparent bleien muss, muss die Datei eine .png-Datei sein.

Je nach Aufnahme kann man die Spirale natürlich auch spiegeln. Man kann die Fibonacci Spirale auch drehen und sie dann über das betreffende Foto legen. Der Blickfang des Bildes sollte im kleinsten entstandenen Teil der Spirale platziert werden. Daher sollten andere Bildbestandteile in etwa dem Pfad der Spirale folgen.

Beispiel für angewendete Fibonacci Spirale auf eine Sonnenblume mit Marienkäfer auf der Blüte

Fotografie Fehler: Hobbyfotografen setzen das Hauptmotiv mittig

Ein beliebter Fehler von wenig erfahrenen Hobbyfotografen ist, das Hauptmotiv mittig im Bild zu platzieren. Nicht zuletzt, weil der Fokus oft automatisch von der Kamera mittig gesetzt wird. Die Aufnahmen wirken dadurch häufig etwas steril und langweilig. Durch die Auswahl eines anderen Bildausschnittes kann man Fotos mehr Stimmung verleihen.

Voraussetzung ist deshalb, dass das Foto über genügend Hintergrund verfügt. Dieser sollte  für das eigentliche Motiv bedeutungslos sein. Nur so kann man das Foto im Bildrahmen beliebig verschieben oder in das Bild hinein zoomen, um einen aussagekräftigeren Bildausschnitt zu finden. Hat man hingegen beispielsweise eine Nahaufnahme von einem Gegenstand, Gebäude oder Menschen ist dieser gestalterische Spielraum schon stark eingeschränkt. UNter Umständen sogar gar nicht mehr vorhanden. An dieser Stelle daher noch einmal der Hinweis lieber einige Aufnahmen zu viel als zu wenig zu machen (aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Abständen zum Motiv) und das Bildmaterial nicht allzu stark auszusortieren.

 

Fokus setzen durch Anwendung der Goldenen Spirale

Durch Anwendung der Goldenen Spirale kann man also bei vielen Fotos den Fokus gut setzen und gleichzeitig eine harmonische Wirkung erzeugen, auch wenn das Ausgangsmaterial nicht perfekt ist. Bleibt nur die Frage, ob diese harmonische Wirkung tatsächlich beabsichtigt wird. Bei Hochzeits- und vielen Reisebüchern wahrscheinlich schon, möchte man aber aus irgendeinem Grund Chaos (z.B. Streit oder Naturgewalten) darstellen, ist diese harmonische Wirkung sicher der falsche Ansatz.

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Exkurs: Der Goldene Schnitt

Kurz und knapp: der Goldene Schnitt bezeichnet ein Teilungsverhältnis, das Menschen offenbar als besonders harmonisch empfinden. An dieser Stelle soll nicht auf die Herleitung eingegangen werden, aber berechnet man den Goldenen Schnitt, kommt immer die Zahl 1,618… dabei heraus. Gut vorstellen kann man sich dieses Teilungsverhältnis anhand einer Strecke (siehe folgende Darstellung). Dabei ist diese nicht mittig geteilt sondern eben nach dem Goldenen Schnitt. Hier verhält sich der kleinere Abschnitt (a) zum größeren Abschnitt (b) verhältnismäßig genauso wie der größere Abschnitt (b) im Verhältnis zur ganzen Strecke (c). Wenn die gesamte Strecke (c) 10cm misst, ist (b) demnach = 6,180cm und (a) 3,820cm.

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